An(Ge)dacht

Mit dem nachfolgenden Text möchten wir Sie einladen, im Alltag innezuhalten

und Gott im lauten und hektischen Tagesgeschehen zu erfahren.


Bild: Doris und Michael Will In: Pfarrbriefservice.de
Bild: Doris und Michael Will In: Pfarrbriefservice.de

 

"Gesundes Neues"

 

Mit einem guten Wunsch das neue Jahr beginnen

 

 

Nach den Tagen des Weihnachtsfestes, des Ausruhens, der Besuche und des Jahreswechsels geht es wieder los mit dem Alltag. So mancher Vorsatz für das neue Jahr ist noch frisch und er soll es sicher in den kommenden Wochen und Monaten bleiben.

Beim ersten Wiedersehen im neuen Jahr  - mit Kollegen, Nachbarn oder Geschäftspartnern - begrüßt man sich nicht mit „Hallo“ oder „Guten Morgen“. Nein, beim ersten Mal im neuen Jahr ist ein Wunsch dabei. Im meiner Heimat Thüringen wünscht man sich oft „ein gesundes Neues“. Gemeint ist das neue Jahr und die Gesundheit steht ganz oben bei dem, was man sich und anderen für dieses neue Jahr wünscht.

 

 

 

Hauptsache gesund?
Mir kommt bei diesem Wunsch dann immer der witzige Spruch eines Freundes in den Sinn. Er antwortete auf die Bemerkung „Hauptsache gesund“ mit der Feststellung: „Auf der Titanic waren die Leute gesund, genützt hat es ihnen auch nichts.“

Für mich nimmt dieser kleine Scherz nichts von der Wichtigkeit eines gesunden Körpers. Er macht mir aber zugleich deutlich, dass es wohl noch mehr als nur Gesundheit braucht. Ich denke an Menschen, die in Krankenhäusern oder Altenheimen verbittern, weil ihr Körper hinfällig und schmerzbeladen ist. Und ich denke an Menschen, die an den gleichen Orten und mit ähnlichen Beschwerden ausgeglichen und dankbar sind. Menschen, die in gewisser Weise froh sind über jeden neu geschenkten Tag – trotz aller Schmerzen und Begrenzungen.

 

 

Ein gesegnetes neues Jahr
Wenn ich heute oder in den nächsten Tagen die verschiedensten Menschen begrüße, wünsche ich ihnen ein gesegnetes neues Jahr. Dieser Gruß ist hier in Thüringen keineswegs selbstverständlich. Für mich steckt darin der Wunsch, dass Gott die Wege dieses Menschen begleiten möge – egal ob er an Gott glaubt oder nicht. Gottes Segen, das ist kein Talisman, der billig Gutergehen gegenüber einem blinden Schicksal verspricht. 

Gottes Segen, das heißt für mich, dass der andere in der innersten Mitte seines Lebens Kreativität und Ruhe findet. Es heißt für mich, dass Gottes liebende Nähe Glück und Zuversicht ermöglicht und dass diese Nähe es auch in den schweren Zeiten vermag, unser Herz zu trösten und unser Leben zu halten. Gottes Segen – seine Nähe - verhindert nicht das Unglück oder die Krankheit, sondern hilft und stärkt, es zu tragen. Der Wunsch nach einem gesegneten neuen Jahr schließt das „gesunde Jahr“ nicht aus. Er schließt aber auch die anderen Zeiten ein.

 

 

mit freundlicher Genehmigung:
Autor: Dr. Kurt Herzberg, Katholische Hörfunkarbeit für Deutschlandradio und Deutsche Welle, Bonn, www.dradio-dw-kath.eu. In: Pfarrbriefservice.de